Diakonie will niedrigschwellige Suchthilfe für wohnungslose Menschen ausbauen

Seit Mitte Oktober 2020 hat das Diakonische Werk Mönchengladbach einen neuen Weg eingeschlagen, um wohnungslosen suchtkranken Menschen Unterstützung und Hilfe anzubieten: Ein Sozialarbeiter B.A. der Wohnungslosenhilfe und Suchtberatungsstelle geht auf Betroffene an Straßen und Plätzen der Stadt zu und spricht sie an. Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt ist so erfolgreich, dass die Diakonie es jetzt um zweieinhalb Jahre verlängern will, der entsprechende Antrag ist bereits gestellt.

„In nur 12 Monaten konnten im Rahmen des Projekts 15 Klientinnen und Klienten in eine neue Wohnung ziehen, ihre Wohnung behalten, in ein Wohnheim oder eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe ziehen. Weiterhin konnten neun Krankenhausaufenthalte in somatische Kliniken begleitet und zum Teil mit eingeleitet werden, sowie 13 Entzugsbehandlungen in einer der umliegenden Psychiatrien organisiert und im Anschluss bei sechs Klienten die Erstellung des Sozialberichts und bei fünf eine erfolgreiche Vermittlung in eine stationäre Entwöhnungstherapie in Fachkliniken erreicht werden“, bilanziert Brigitte Bloschak die bisherige Projektarbeit, die sogar noch durch die erschwerten Corona-Bedingungen gedrosselt wurde: „Umso unverzichtbarer ist der weitere Ausbau des Projekts um 30 Monate.“ Bloschak ist langjährige Leiterin der Fachbereiche Wohnungslosenhilfe und Suchtberatung der Diakonie.

Timm Rudolph ist der Sozialarbeiter, der die Wohnungslosen auf den Szeneplätzen und Straßen Mönchengladbachs anspricht: „Ich versuche, ihnen ein möglichst niederschwelliges Angebot zu machen und rede zumeist mehrmals mit ihnen, bevor Hilfsangebote umgesetzt werden können.“ Der 39-jährige Sozialarbeiter schätzt grob, dass 95 Prozent der Wohnungslosen mehrere Suchtmittel konsumieren. So unterstützt er sie in der Regel vor Ort, erledigt dort mit ihnen das Nötigste oder lädt diejenigen, die aus eigener Kraft den Gang zur Suchtberatungsstelle nicht mehr schaffen, u.a. ein, in einen der Wohnungslosentreffs, die Café Pflaster zu kommen, um dort Fragen zu stellen und sich beraten zu lassen.  

Wenn sie Rudolph gegenüber erwähnen, dass er etwas für sie tun könne, kümmert er sich z.B. um die Organisation eines Entgiftungsaufenthaltes oder stellt Anträge für eine Rehabilitation, fährt sie in ein Wohnheim, greift ein, wenn jemand nach einem Entzug wieder rückfällig wird, hilft bei Behördengängen oder der Wohnungssuche. Bislang haben 36 Klienten und Klientinnen Rudolph auf solche Hilfen angesprochen. „Das ist in der kurzen Zeit ein enormer Erfolg“, weiß Bloschak.

Wie wichtig der weitere Ausbau des Projekts ist, zeige sich nicht nur an den Erfolgszahlen, so Bloschak:
„Mit unserer aufsuchenden Suchtarbeit bauen wir Vertrauen auf, können im Einzelfall schneller helfen und die Lebenssituation des Betroffenen verbessern. Ohne diese Projektstelle wäre all das nicht zu leisten.“

Die Diakonie-Projektstelle wird im Rahmen des Förderprogramms „Stärkung der Suchberatung für wohnungslose Menschen im Baustein Sucht der Landesinitiative „Endlich ein zu Hause“ vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) zu 90 Prozent finanziert.
Die Projektstelle ist eine von 20 landesweit, die NRW unterstützt. Das Landesgesundheitsministerium fördert die ambulante Suchthilfe mit jährlich bis zu zwei Millionen Euro.

Ihre Ansprechpartnerin:
Christiane Lambertz
Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V.,
Ludwig-Weber-Str. 13, 41061 Mönchengladbach
clambertz@diakonie-mg.de, Telefon: 02161- 8104-700

Diakonisches Werk Mönchengladbach – STARK FÜR ANDERE

Unser Menschenbild

Wir sind Diakonie. Diakonie ist die gelebte Hilfe der Evangelischen Kirche.
Wir dienen Menschen. Dabei orientieren wir uns an der biblischen Botschaft.
Jesus Christus bringt Gottes Liebe zu uns. Unser diakonisches Handeln ist die Antwort auf sein Handeln. So wie Christus uns angenommen hat, so nehmen wir einander an.
Wir achten und respektieren die Würde und die Rechte aller, die anders denken und glauben. Wir suchen mit ihnen das Gespräch und gemeinsames Handeln im Sinne der Menschlichkeit.

Unsere Arbeit

Kompetente und engagierte Hilfe für Menschen in Not ist unsere Aufgabe. Wir verstehen uns als Anwalt Bedürftiger und Notleidender. Wir kooperieren mit anderen.
Wir achten und respektieren unsere Klienten in ihrer Eigenständigkeit, nehmen sie wahr, hören ihnen verstehend zu und beachten ihre Situation und Anliegen. Wir setzen uns aktiv und professionell für sie ein.
Die gesellschaftlichen Veränderungen fordern uns heraus. Wir sind offen und für Veränderungen bereit. Wir treten gemeinsam mit anderen für eine menschenwürdige und am Gemeinwohl orientierte, solidarische Gesellschaft ein.
Unserem Handeln werden durch vorhandene Rahmenbedingungen immer wieder Grenzen gesetzt. Wir zeigen die Folgen dieser Grenzen auf und wirken auf positive Veränderungen hin.

Unser Miteinander

Zu unserer Unternehmenskultur gehören die gegenseitige Wertschätzung und Anteilnahme sowie das Streben nach höchster Qualität unserer Dienstleistungen im Sinne der Menschen.
Wir fördern die Persönlichkeitsentwicklung und die Eigeninitiative unserer Mitarbeitenden. Wir unterstützen, dass Mitarbeitende ihre Fach-, Sozial- und Handlungskompetenz erweitern.
Wir sorgen für bestmögliche Information, Kommunikation und Arbeitsbedingungen. Sie sind Voraussetzungen für eine verantwortliche Tätigkeit.
Wir handeln kooperativ und partnerschaftlich. Konflikte und Schwierigkeiten sehen wir als Chance, um Dinge zu verbessern.

 

Link zur Seite der Diakonie

 

Sammlungen für Siebenbürgen

Rumänien und auch die Region rund um Hermannstadt war und ist noch von der Corona-Pandemie stark betroffen. Nach zwei großen Lockdown im vergangenen Jahr haben viele Menschen ihre Arbeit verloren. Durch die weiter bestehenden Reiseeinschränkungen verfügen die Arbeitnehmer, die sonst in z. B. Spanien, Italien oder auch in Deutschland ihren Lebensunterhalt verdient haben, über keine oder nur sehr geringe Einkünfte. In Absprache mit den Partnern in Siebenbürgen setzt das Diakonische Werk Mönchengladbach seine Hilfe und Unterstützung fort und führt im Frühjahr wieder Sammlungen durch.

Gesammelt werden: Bekleidung für Kinder, Männer und Frauen, Haushaltstextilien, Haushaltsgegenstände (Geschirr und Besteck nur zusammenhängend), Spielsachen, Kinderwagen, Hilfsmittel wie Rollatoren, Rollstühle und Gehhilfen.

Die abzugebende Ware sollte in einem wertigen Zustand sein. Alles sollte sauber und nicht defekt sein. Die Siebenbürgenhilfe ist kein Ort für Haushaltsauflösungen! Es werden keine Möbel, Lampen, Elektrogeräte, Teppiche, Matratzen, Oberbetten und Kopfkissen angenommen.

Die Frühjahrssammlungen finden jeweils von 14.00 bis 18.00 statt. Eine frühere Anlieferung ist nicht möglich. Die Abgabe ist an folgenden Tagen und Orten möglich:

 

Donnerstag, 29. April

Kirchengemeinde Großheide, Severingstr. 2-4

 

Donnerstag, 6. Mai und Freitag 7. Mai

Gemeindezentrum Wickrathberg, Berger Dorfstr. 55

 

Montag, 17. Mai und Dienstag 18. Mai

Gemeindezentrum Wickrath, Denhardstr. 21

 

Dienstag, 15. Juni

Paul-Schneider-Haus, Charlottenstr. 16

 

Donnerstag, 17. Juni

Karl-Immer-Haus, Ehrenstr. 30

 

Montag, 21. Juni

Friedenskirche, Margarethenstr. 20

 

In Hardt findet im Frühjahr 2021 keine Sammlung statt.

 

Ute Dornbach-Nensel, Siebenbürgenhilfe Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V.

 

Wenn Sie spenden möchten, freuen wir uns auch darüber!

Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V.

Konto: DE95 3105 0000 0000 2139 34

BIC: MGLSDE33

Verwendungszweck: Siebenbürgenhilfe

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