Warum bin ich Lektor geworden?

Rolf Hegemann

Frage: Warum bin ich Lektor geworden?

Als Lektor bin ich schon viele Jahre in meiner Gemeinde tätig, dass ich den damaligen Grund als Lektor mitzuwirken, gar nicht mehr benennen kann. Vermutlich hat mich schon damals die Lektorentätigkeit angesprochen, da sie nicht nur das Verlesen einer Bibelstelle im Gottesdienst umfasst, sondern auch die Begrüßung der Gemeinde und die Ankündigungen. Wichtig erscheint mir auch die Präsenz und die Mitwirkung, z.B. bei der Austeilung des Abendmahls, neben dem Theologen. So ist das Priestertum aller Gläubigen für die anwesende Gemeinde in jedem Gottesdienst sichtbar.

Frage:Was bedeutet mir der Glaube?

Der Glaube ist etwas im Leben eines Jeden, dem er nicht entgehen kann. Jeder glaubt, ob an eine Religion, an den Atheismus, eine Partei, eine Verschwörungstheorie oder, wie wir es gerade erleben, an wissenschaftliche Erkenntnisse oder Theorien. Der Glaube umfasst auch den Zweifel, trägt aber das Prinzip Hoffnung in sich. Faszinierend am christlichen Glauben ist für mich die Zuversicht, ein sinnvolles Leben führen zu können und auf die Gnade der Auferstehung und ein Wiedersehen nach dem Tod zu hoffen.

Frage: Meine Lieblingsbibelstelle?

Meine mir besonders wichtige Bibelstelle steht in der Offenbarung des Johannes Kapitel 2 Vers 10: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“. Unter diesem Wort wurde ich konfirmiert und auch getraut. Für mich ist es der Aufruf, am eigenen Glauben das Leben dauerhaft auszurichten, denn daraus erwächst eine Hoffnung auch über den Tod hinaus. Ich verstehe den Vers aber nicht nur theologisch, sondern auch praktisch. Er ruft mich auf, ein verlässlicher Vater, Freund und Partner zu sein, berechenbar, handfest, sorgfältig und ernsthaft. Das gelingt natürlich nur ansatzweise, aber es lohnt die Mühe, sich immer am „getreu“ zu orientieren und festzumachen.     

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